Schlafen im Krieg: Der Zustand dauerhafter Alarmbereitschaft (#175)

Shownotes

Ein Raum, 30 Kilometer von der ukrainischen Frontlinie entfernt. Mitten in der Nacht schrillt eine App auf dem Smartphone – Bombenalarm. Wie findet man Schlaf, wenn die eigene Sicherheit von Sekunde zu Sekunde wackelt? In dieser Episode nimmt uns NGO-Gründerin Barbara Marakova mit an Orte, an denen Erholung die Ausnahme ist: in die Ostukraine und in Erstaufnahmeeinrichtungen entlang der Balkanroute.

Wir sprechen darüber, wie das menschliche Nervensystem auf Dauerstress reagiert, warum der Körper in den „Wachschlaf“ schaltet und weshalb schon minimale Sicherheit die Grundvoraussetzung für Regeneration ist. Eine Folge über Schlaf unter Extrembedingungen, funktionale Abgrenzung und die Frage, wie wir trotz Machtlosigkeit im Alltag empathisch bleiben.

Themen dieser Episode:

✅ Schlaf an der Frontlinie: Wie sich Nächte in Saporischschja gestalten und wie Warn-Apps den Rhythmus bestimmen.

✅ Das Phänomen Wachschlaf: Warum das Nervensystem bei Bedrohung im Alarmzustand bleibt und wie Gewöhnungsprozesse greifen.

✅ Zuflucht Notunterkunft: Was Geflüchteten auf der Flucht wirklich hilft, um zum ersten Mal wieder durchzuatmen.

✅ Mentale Schutzmauern: Wie man sich vor dem eigenen Weltschmerz schützt, ohne die Empathie zu verlieren.

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Über den Podcast

Dieser Podcast bietet wertvolle Einblicke und praktische Tipps zu Themen rund um die Schlafgesundheit. Ob Schlaftipps, Schlafprobleme oder rund um das Thema Schlaf Gesundheit -- wir klären auf und geben dir das Wissen, das du brauchst, um deinen Schlaf selber zu steigern.

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Transkript anzeigen

00:00:00:

00:00:02: Ich würde gerne irgendwie da ansetzen, wo man Menschen helfen kann und so ein bisschen das Privileg was wir hier so auch in Europa leben weitergeben.

00:00:12: Wie oder ob überhaupt findet man den Schlaf wenn draußen vor der Tür Krieg herrscht?

00:00:21: Wenn ich sage ich habe euch schlecht geschlafen dann ist es eine Luxusprobleme.

00:00:25: Irgendwo anders auf der Welt können Leute von lauter Horror nicht schlafen und ich meine, du brauchst ja auch tatsächlich deine Kraft um dich genau allzusetzen für diese Menschen.

00:00:38: Menschen schlaffen unterschiedlich in unterschiedlichen Situationen und unterschiedlichen Settings.

00:00:44: Manchmal ganz in Ruhe, manchmal mitten im Trubel.

00:00:47: Und wenn wir an Kinder denken die mitten am Chaos ganz seelenrück schlaven Oder Menschen, die kein Obdach haben und mitten im turbulenten Park schlafen.

00:00:57: Eins ist aber sicher wie alle brauchen Schlaf.

00:01:00: Und wer welchen Umständen Schlaf schwierig ist darüber rede ich heute mit Barbara Marakova.

00:01:16: Hallo liebe Eva, schön dass ich da sein

00:01:28: darf.

00:01:29: vor allem.

00:01:30: Ich bin Barbara, ich komme hier aus Frankfurt und bin die Gründerin von FreyEV, was eine humanitäre NGO ist und gleichzeitig FreyPeople einer Event-Agentur Die Humanitäre Zwecke mit finanziert vom Verein.

00:01:46: Ja sehr schön!

00:01:48: Wenn du jetzt hier zuhörst und denkst warum sprechen jetzt Eva?

00:01:53: Und Barbara, die eine Event Agentur betreibt über Schlaf, wie kommt's dazu?

00:02:01: Da kommen wir gleich noch hin.

00:02:03: Aber ich möchte zuallererst wissen... Wie hast du heute Nacht geschlafen?

00:02:09: Ich hab tatsächlich echt unruhig geschlaft!

00:02:12: Ich weiß nicht ob ich ein bisschen nervöser vor der heutigen Podcastaufnahme oder vor der gesamten Woche weil echt irgendwie viel ansteht aber es war tatsächlich nicht so.

00:02:21: der geilste Schlaf muss ich zugeben Ja im Bett stattgefunden hat und alle Bedingungen gut waren.

00:02:31: Es war auch kühl, ob wenn es draußen echt heiß war aber irgendwie hat der Kopf nicht ausgeschalten wollen.

00:02:39: Also lustigerweise ist es ja ganz oft.

00:02:41: Ich weiß nicht, ob das bei dir eine Rolle spielt aber ich höre oft in meinem Job dass Menschen so von Sonntag auf Montag nachten bisschen Stress haben tatsächlich.

00:02:51: Man verarbeitet noch so was am Wochenende los war da passieren auch oft schöne Sachen und er hat ein bisschen vom Kopf was am Montag oder in der Woche dann so passiert.

00:03:01: also das ist da so zweierlei Ja.

00:03:04: Du bist nicht alleine und ich finde ja auch, dass es ganz gut ist mal zwischendurch eine Scheißnacht zu haben weil nur dann merkt man ja wenn's gut läuft.

00:03:13: also wir brauchen ja beides im Leben tatsächlich.

00:03:17: Wie hast du denn geschlafen Eva?

00:03:20: Ganz gut!

00:03:21: Also ich habe im Moment... Viel Bock auf alle möglichen Medien im Seiß lesen oder Streaming.

00:03:30: Ich weiß auch nicht, mir gefällt im Moment Unterhaltung und was dazu führt ist es einfach... Wenn ich jetzt sagen würde, es dauert zu lange ist das total unfair.

00:03:42: Weil ich mach' das ja aktiv!

00:03:44: Also ich finde da manchmal kein Ende und dann lese ich zu lange und gucke mir irgendwas zu lange an... Aber nichtsdestotrotz ist meine Schlafqualität dann gut, ist halt zu kurz.

00:03:56: Das Erwachsenenleben, die Entscheidungen, die wir da treffen sind auch nicht immer vernünftig.

00:04:01: Auch meine nicht tatsächlich.

00:04:03: Das ist aber sehr beruhigend so ein bisschen.

00:04:09: Also wir zwei reden heute drüber, ja ich sage wie es ist.

00:04:14: Wie man im Krieg schläft und in Unterbringung für geflüchtete Menschen.

00:04:19: Und sag mal wie kommt's denn dazu dass du und ich darüber sprechen?

00:04:25: Wie ist dein Leben bisher so verlaufen?

00:04:29: das wird zwar hier heute zusammen finden

00:04:33: Ich glaub, da muss ich ein bisschen ausholen und wie so beim Werbungsgespräch mein Lebenslaufantrag runtergegangen.

00:04:40: Also, ich hab Jura studiert und dann mich aber irgendwie im Master auf internationales Recht Menschenrecht und Kriegsrecht fokussiert und spezialisiert und wusste dann so dass ich meinen Weg... in die Schiene gehen möchte.

00:04:54: Ich möchte nicht ins Corporate und gefühlt Geld von A nach B schieben, sondern ich würde gerne da ansetzen wo man Menschen helfen kann und so ein bisschen das Privileg was wir hier so auch in Europa leben weitergeben.

00:05:08: Ich bin ja selbst irgendwie Migrantenkind mit sieben erst nach Deutschland gekommen Aber innerhalb von Europa, also ich habe keinen Flüchtlings- und Kriegshit Background.

00:05:17: Das gar nicht!

00:05:18: Und ja, dann bin ich einfach angefangen für NGOs zu arbeiten, war zuerst in Bosnien und dann hat der Ukrainekrieg angefangen... ...und ich bin dann bei der UNO gelandet, in des Loracayas in meinem Heimatland und hab dort erstmal Kinderschutz gemacht und Bildung.

00:05:36: Und dann habe ich gewechselt zu einer nationalen NGO für zwei Jahre und bin ins Landsgebiet zwischen Slowakei und Ukraine, also immer auf der slowakischen Seite.

00:05:46: Und dort haben wir eben Flüchtlinge betreut.

00:05:49: Ob es jetzt ukrainische Flüchtlingen waren das ist ja hauptsächlich wahr durch den Krieg Oder aber wir hatten noch die Migrationswelle durch die Balkanroute.

00:05:59: Und da haben wir Camps mit aufgebaut und eben syrische Flüchtlinge betreut.

00:06:07: Ja, dann war ich bis letztes Jahr Sommer letzten Jahres war ich in der Slowakei und musste dann aber leider gehen, weil mein Projekt UN finanziert war.

00:06:20: Und wir wissen wer Anfang des Jahres in den Staaten gemacht bekommen ist.

00:06:24: Trump hat ja als eines der ersten Amtshandlungen USA gestrichen und somit sind halt der UN sehr viele Gelder verflossen und somIT wurde auch meinen Projekt immer wieder, immer mehr gekürzt und gekürst.

00:06:38: Und dann hab ich irgendwann gesagt okay meine Position als irgendwie Koordinatorin bringt nichts wenn nicht nur noch zwei Leute im Team behalten kann.

00:06:47: Dann soll noch ein Dritter bleiben und die sollen wirklich Arbeit verrichten, die auch sinnhaftiger ist Als irgendwie super weil sein.

00:06:55: und Ich bin dann zurück nach Deutschland Bin dann zurück Nach Frankfurt gekommen und habe beschlossen dass ich das weiter machen möchte was sich bis jetzt gemacht habe, dass sich Menschen in Krisengebieten vor allem helfen möchte.

00:07:08: Da wo die Menschen am wenigsten was dafür kommen... egal ob es Krieg ist oder Naturkatastrophen.

00:07:15: aber ich war mit der Finanzierung nicht mehr so happy also mit den Finanzierungsmodellen die es weltweit gibt und hab mir dann überlegt okay das muss ja ein Weg geben, dass auch die Wirtschaft von alleine so Projekte und so Vereine mitfinanzieren kann.

00:07:31: Deswegen habe ich dann eben die Vent-Agentur gegründet, das wirtschaftliche Zweig innerhalb des Vereins und deren dessen Gewinne fließen in Projekten quasi rein.

00:07:42: Und so soll sich das auf die Zukunft gesehen.

00:07:45: und wenn es größer ist und wenn der Cashflow mehr da ist, so soll das eben dann humanitäre Projektes finanzieren und so sollen Leute feiern und dabei Gutes tun!

00:07:56: Automatisch.

00:07:57: Genau und deswegen reden wir miteinander, weil ich die Leute kennengelernt habe und weil ich aber auch selbst in den Kriegsgebieten gefahren bin mittlerweile schon... ...und vor Ort war und auch selbst vor Ort geschlafen habe ja!

00:08:12: Und wer jetzt denkt dass du hundert Jahre alt bist?

00:08:16: Weil du schon so viel gemacht hast.

00:08:18: also das stimmt nicht und ich hab dich kennengelernen.

00:08:24: Also ich sage jetzt einfach, wie es ist.

00:08:27: Ich finde, dass du so eine Fröhlichkeit ausstrahlst und da kommen wir aber später noch dazu wieder zu kommen.

00:08:35: Vielleicht magst du darüber etwas sagen?

00:08:37: Und dann hört man was auch dein beruflicher Lebensweg ist und was du auch jetzt machst.

00:08:44: Das hat für andere so eine Schwere Wie soll ich das sagen?

00:08:51: Entlastend.

00:08:53: Also

00:08:54: ja, naja ist einfach so und das Thema hat eine gewisse Schwere.

00:08:59: aber ich finde die Art und Weise wie du damit umgehst und wie du auch pragmatisch damit auftrittst nimmt dem ein bisschen Weltschmerz und ich habe ganz große Probleme mit Weltschmerzen und deshalb finde ich es umso schöner dass wir zwar jetzt einmal einsteigen Wie es so ist.

00:09:18: Und eine große Frage, die ich mir stelle und vielleicht kannst du sie mir beantworten wie oder ob überhaupt findet man den Schlaf wenn draußen vor der Tür Krieg herrscht?

00:09:33: Wie?

00:09:34: Ganz schwer glaube ich.

00:09:38: also Ich kann aus meiner Erfahrung sprechen aber auch weil ich mit dem Menschen mich... viel auseinander gesetzt habe, die entweder aus den Gebieten kommen oder halt selbst dort leben vor Ort.

00:09:49: Als ich vor Ort war und also wir reden vor Ort, war ich im Dezember in der Ostukraine an Saporizia.

00:09:56: das ist dreißig Kilometer von der Front gewesen.

00:10:00: Und ich war untergebracht bei ... Das ist irgendwie so eine super süße Geschichte.

00:10:07: Also super süß aber super interessant eigentlich.

00:10:09: wie viel!

00:10:11: Klienten quasi, bzw.

00:10:13: die Flüchtlingsmama war eine Klientin als ich in der Slowakei noch gearbeitet habe Die ganz große gesundheitliche Probleme hatte und wir haben ihr dann also.

00:10:21: mein Team hatte ihr geholfen Und als es hieß dass ich nach Saporizia fahre hat eine alte Kollegin von mir sich mit ihr kontaktiert werden.

00:10:29: eben Kontakt und der Mann von ihr lebt noch dort weil er ja nicht ausreisen kann.

00:10:34: und Dann haben sie mich aufgenommen und sie war auch vor Ort weil sie mittlerweile auch wieder zurückgezogen ist mit Kind etc.

00:10:40: Und deswegen war das sehr, sehr süß auf jeden Fall.

00:10:42: Das soweit!

00:10:43: Aber somit hatte ich auch eine so ein bisschen engere Bindung zu ihr, konnte ein bisschen mehr fragen.

00:10:48: Auch ihn, weil es nicht so fremd.

00:10:51: Ich habe super schlecht geschlafen also ich hatte... Du hast ne App die dir Warnsignale raus schickt beziehungsweise Warntöne sobald etwas über dir fliegt.

00:11:02: Also du stellst quasi ein dort und dort bin ich.

00:11:05: Und dann kommen so ganz, ganz lautes Hupen wie man das von diesen Bombenalarm von der Straße kennt nur übers Handy.

00:11:11: Das weckt dich automatisch immer auf!

00:11:15: Du weißt selbst dass du gar nicht so weit davon... Also es könnte jederzeit halt irgendetwas passieren.

00:11:23: Somit ist die Schlafqualität einfach nicht gegeben und wenn man mal einschläft, dann schaltet sich der Kopf nicht so aus.

00:11:31: Und dieser Wachschlaf so ein bisschen, wie ich das bezeichnen würde.

00:11:36: Aber gesprochen mit den Leuten vor Ort ... Als ich da war, war der Krieg ja schon fast vier Jahre in Gange und die gewöhnt sich daran.

00:11:45: Also der Körper... Das Mindset gewöhnte sich arg daran was so um ihn herum passiert.

00:11:53: Es gehört dann einfach zum Alltag.

00:11:56: Die haben auch teilweise diese Benachrichtigung Sturm geschalten, sodass sie das einfach nur so noch aufploppen.

00:12:02: Auf dem Handy sehen aber es tangiert sie nicht mehr also erschreckt sich nicht mehr so und die haben damit gelernt klarzukommen.

00:12:10: dass ist deren Alltag und deswegen geht's den auch.

00:12:14: ich würde nicht sagen besser aber so.

00:12:16: Das Nervensystem von denen quasi ist nicht mehr So hellhörig darauf was ein ganz krassen Effekt auch auf mich hatte weil sobald ich mit ihnen unterwegs war diese Ruhe, die sie ausgestrahlt haben.

00:12:31: Die kamen bei mir an und somit war ich dann auch verwunderlicherweise teilweise super entspannt als sie reden anging.

00:12:38: Im ersten Moment bin ich aufgeschreckt und habe mich dann so umgeschaut und sie angeguckt und sie meint so nein, ist ganz weit entfernt.

00:12:44: alles gut und nicht so okay Alles klar!

00:12:48: Dann bin ich jetzt auch ruhiger nach außen hin aber innerlich hab' ich ein bisschen geprudelt Aber es war natürlich ganz anders als die ganze Krieg angefangen hat.

00:12:56: Also ich hab mit Leuten zu tun gehabt, die dann sich wirklich in den Kellern und in den Bunkern versteckt haben und wochenlang auch dort geblieben sind bis sie irgendwie flüchten konnten und dann raus aus dem Land geflüchtet sind.

00:13:08: Und die haben nicht geschlafen.

00:13:09: Wir haben sich Sorgen gemacht was passiert weil du nach außen hin kaum Kontakt hast.

00:13:14: Dann haben sich natürlich Sorgen gemacht Was die Familien angehörigen wie die sind.

00:13:18: Freunde Du machst dir Sorgen dein Liebsten.

00:13:20: Im schlimmsten ist es ja nur wenn du deine eigenen Kinder mit dabei hast, die das Ganze miterleben.

00:13:26: Den würd ich möchtest du ja auch irgendwie so eine Ruhe vermitteln, die du aber gar nicht hasst?

00:13:31: Also das ist schon... und ich krieg gerade aus Lebskinder.

00:13:34: Das ist schon ziemlich krass!

00:13:36: Ja und dann hatte ich noch die Erfahrung mit der Balkanroute, den syrischen Pflichtdingen, die halt seit Wochen auf der Flucht waren zu Fuß Teilweise halt, also wir wissen es ja alle irgendwie.

00:13:50: Teilweise sind da Jugendliche mit dabei, die sich dann als Erwachsen ausgeben und dann sind die meistens ohne Eltern oder haben noch irgendwie so ein Onkel oder Vater mit dabei und der Rest der Familie ist nicht da.

00:14:01: Und als wir die Camps aufgebaut haben bzw das Camp aufgebaut hat vor Ort habe ich... Also ich hab's beobachtet, sie sind nicht zur Ruhe gekommen aber Es waren Zelte, es waren Matratzen.

00:14:15: Es war ein Deckendar.

00:14:16: Die haben Sanitäranlagen dort bekommen in so einem Mobil quasi an warmes Essen bekommen abends und Tee.

00:14:24: Ein bisschen sind sie runtergefahren also ganz ganz kleines bisschen.

00:14:29: Manche haben geschnallt, man hat ein bisschen Schnarchen gehört.

00:14:32: Den Frauen und den Kindern haben wir versucht in so einem kleinen Gebäude was wir dort hatten, was wir umfunktioniert haben wirklich Betten aufzustellen und in geschlossene Räume damit sie sich halt auch officer-sicherer fühlen dass von außen einfach nichts kommen kann keine Gefahr herrscht.

00:14:46: aber ja das ist ganz anders wie für uns.

00:14:51: wenn ich sage ich habe heute schlecht geschlafen dann ist es ein Luxusproblem irgendwie.

00:14:57: Aber das ist natürlich ... Ich sag mal, wenn man zu Hause lebt und zu Hause ist Kriegsgebiet.

00:15:04: Wie du schon sagst, man hat vielleicht seine Ängsten um sich herum.

00:15:09: Also seine Familie oder die Leute, die man liebt.

00:15:12: Und wenn man aber auf der Flucht ist... Das ist ein Aspekt den habe ich noch gar nicht bedacht.

00:15:18: In Zweifel ist man alleine?

00:15:19: Oder weiß nicht was mit seiner Familie ist?

00:15:22: Die haben vielleicht letztes Geld zusammengekratzt zum Einlust zu schicken oder so?

00:15:26: Ja, das war

00:15:28: richtig viel Geld teilweise.

00:15:29: Weil die ganzen... Wie nennen man sie denn diese ganzen Leute?

00:15:32: Die sich quasi über die Grenzen bringt.

00:15:34: Die nehmen ja super, super viel Geld und das haben sie im meisten Alter ja nicht.

00:15:42: Also würdest du sagen, nee ich stelle die Frage nicht.

00:15:46: Ich wollte dich fragen ob es in Camps oder für geflüchtete Menschen anders ist als aber Ehrlicherweise, was vergleichen wir hier?

00:15:57: Also es ist ja beides... Ich schäme mich für beides ehrlich gesagt.

00:16:04: Ja dass wir uns so eine Welt kreiert haben alle miteinander wo so Situation einfach passieren und ich finde es total gut das geflüchtete Menschen aufgefangen werden und diese Camps gibt es finde ich wichtig und richtig.

00:16:20: Ja, bin da auch dankbar für alle die sich dafür einsetzen und da auch daran arbeiten und daran mitarbeiten.

00:16:27: Und gleichzeitig bin ich aber super traurig darüber das es überhaupt so ist.

00:16:32: Ja klar!

00:16:32: Das ist einfach scheiße.

00:16:34: Absolut absolut und es gibt ja leider also... Es gibt diese Situation aber es gibt doch leider nicht überall und nicht genügend Plätze für alle Geflüchteten.

00:16:44: Also das muss man ja auch dazu sagen.

00:16:46: Also Didi, das hört sich jetzt so.

00:16:50: Also absolut, absurd am.

00:16:55: Aber so ein Camp ist ja schon für die, die flüchten... Ich will nicht Luxus sagen!

00:17:02: ...aber eine Wohltung weil du doch irgendwie so einen kreierten geschützten Raum hast wo du davon ausgehst dass okay ich bin hier sicher in Anführungsstrichen aber alle die dann ja flühten Und gerade auf der Route sind quasi die Schlafen in Wäldern irgendwo unter Brücken, da wo sie sich irgendwie sicher fühlen und irgendwie abgeschottet fühlen genug.

00:17:32: Aber sie sind ja trotzdem immer noch auf der Hut, ob nicht die Polizei kommt, die sie dann einfängt oder irgendwelche Menschen kommen, die verletzen könnten.

00:17:40: Tiere?

00:17:41: Also wenn man durch Wälden geht, können auch Tiere aufbrauchen.

00:17:44: Da kommen ganz viele Aspekte dazu.

00:17:47: Deswegen ... Ja.

00:17:49: Und es gibt halt nicht genügend, auch wenn wir uns Afrikanen gucken und so ... und was momentan überall abgeht.

00:17:55: Aber so Sudan und ... Somalia und Niger und überall, also die ganzen ... Also ich könnte noch weiter aufzählen, aber die ganzen Camps haben ja auch nicht genügen.

00:18:04: Plätze für alle.

00:18:06: Das ist das Schlimmste daran, dass man auch Leute noch abweisen muss.

00:18:11: Und sagen muss, wir haben keine Plätze?

00:18:16: Ja.

00:18:17: Ja, klar!

00:18:19: Ja.

00:18:20: Und natürlich ist es in den Camps auch so, dass das wahrscheinlich auch was zu essen und was zu trinken gibt.

00:18:25: Was auch auf dem Weg einfach nicht selbstverständlich ist.

00:18:29: Ja?

00:18:31: Und natürlich auch hygienische Bedingungen.

00:18:33: Also wir denken immer so.

00:18:35: naja gut warum muss jemand jetzt hier sich die Haare waschen muss man nicht aber man muss sich die Hände waschen können.

00:18:40: Man muss einfach dafür sorgen, dass man keine Infektion bekommt Und so, das muss irgendwie gewährleistet sein.

00:18:47: So gut es geht und das ist es nur mal nicht im Wald?

00:18:51: Nein!

00:18:53: Unsere Bäche und Teich und Flüsse sind ja auch nicht das was die mal für irgendwie hundert Jahre waren, wo noch nicht alle Abgase in die Luft sind und man sich da wirklich auch waschen in Anfangstrichen konnte und es sauber war einigermaßen.

00:19:09: Also du kannst ja verschiedene Welten und ich ganz privat habe auch darüber nachgedacht.

00:19:15: Und ich glaube, ich hab's neulich auch mal erwähnt.

00:19:17: Ich würde jetzt die Gelegenheit gerne nochmal ergreifen wie du es schaffst dich da abzugrenzen?

00:19:23: Du hast ja ... wir haben das vorhin besprochen.

00:19:24: Du hast vielleicht einmal eine schlechte Nacht und das ist ja auch ganz legitim zu fühlen dass heute nachts das Kissen genervt hat oder du unruhig warst oder wie auch immer.

00:19:34: Das ist nun mal unser Standard hier.

00:19:38: Wir beide leben in einer Wohnung, in einem sicheren Zuhause so und wie kennst du dich da ab?

00:19:50: Wenn du mal eine nervige Unruhe genacht hattest auf der anderen Seite oder irgendwo anders auf der Welt können Leute vor lauter Horror nicht schlafen und ich meine, du brauchst ja auch tatsächlich deine Kraft um dich genau einzusetzen für diese Menschen.

00:20:06: Ich glaube, was mir sehr geholfen hat irgendwann zu realisieren und zu verinnerlichen.

00:20:13: Und das ist halt eine ganz schwere Wahrheit aber zu sagen ich kann nicht jedem helfen.

00:20:21: Und ich werde nie in der Lage sein, jedem helfen zu können auch wenn ich von Herzen wollen würde.

00:20:27: wirklich also wenn man mich fragt was ich mir irgendwie zur Weihnachten und zum Geburtstag wünsche dann ist meine Antwort meistens irgendwie weltfrieden was dann mein Job obsolet machen würde.

00:20:36: Aber ich wär super happy, wenn ich deswegen arbeitslos wäre!

00:20:40: Ich wär glücklich zu nennen.

00:20:43: Wenn man sich das irgendwie vor Augen selbst führt und sagt okay... ...ich helfe halt so gut wie möglich und so vielen wie möglich ich kann aber er kann eben nicht jedem helfen Dann geht es irgendwie?

00:20:58: Also man kämpft ja auch nicht alleine gegen den Rest der Welt sondern so da sind Tausende von Menschen, die so einen Job verrichten wie ich und es gibt ganz viele Arten zu helfen auf der Welt.

00:21:10: Und da weiß sich das, dass es unglaublich viele Menschen gibt und es geht ja nicht darum, dass man aktiv selbst Hand anlegt sondern es gibt ja Leute, die spenden egal ob Geld oder Kleidung spenden bei einer Essensausgabe für Obdachlose zum Beispiel aushalten.

00:21:26: Es gibt ja so viele Arte zu helfen und ich glaube wenn man das einfach bündelt daraus auch irgendwie so mental Kraft schöpft, dass wir eine Community sind ohne uns zu kennen.

00:21:39: Dann geht das irgendwie... aber ja es kommt dann immer drauf an manchmal geht's natürlich besser und manchmal schlechter.

00:21:45: Es kommt darauf an was man für Schicksale miterlebt und sieht die ein mehr berühren nicht weniger berühren.

00:21:56: Ich hab es ganz gut gelernt, so eine Schutzmauer irgendwie.

00:21:59: Wenn ich arbeite hochzuziehen ... Also nicht ums ... Es geht mir alles nahe, aber in dem Moment, in dem ich arbete, lasse ich das nicht so nah an mich ran erst wenn ich wieder quasi aus dem Kontext draußen bin was sehr hilft weil ich dann einfach auch neutral und fokussiert arbeiten kann.

00:22:17: Aber nichtsdestotrotz kommen dann immer so Sachen die einen krass berühren und aus diesem Arbeitsmodus rausziehen.

00:22:26: Und die einem dann sehr, sehr nahe gehen.

00:22:27: Dann ist es schwieriger.

00:22:29: Da macht man sich Sorgen um die Menschen.

00:22:31: Ja aber meistens sind das Kinder muss ich auch ehrlich sagen.

00:22:35: also bei Kindern bis es dann so erwachsen können sie ja meistens selbst noch irgendwie helfen.

00:22:40: Also die haben halt so die mentale und physische Kapazität irgendwie zu helfen oder es zu auszudrücken, dass sie Hilfe brauchen.

00:22:48: Aber bei Kindern ist es dann ja schwieriger das irgendwie von sich zu lassen und nicht so nah an sich ran zu lassen.

00:23:01: Und es gibt ja habe ich gerade gedacht auch einfach tausend Lebensebenen.

00:23:07: also auch wenn weiß nicht jemand gestorben ist den ich sehr liebe kann mir trotzdem im selben Moment die Hose kneifen.

00:23:15: Ja, also es passieren ja Dinge gleichzeitig.

00:23:19: Und... Es ist irgendwie auch alles gleichzeitig da so und ich finde das darf's auch sein.

00:23:29: Absolut!

00:23:29: Das hat alle seine Daseinsberechtigung so.

00:23:33: Also ich find' auch nur weil ich irgendwie... Ich geh auch nicht so durchs Leben als Moralapostel oder so, das würde mir niemals einfallen.

00:23:42: Wir haben uns alle für unser Leben entschieden und führen unser Leben so, wie wir es für richtig halten.

00:23:48: Und das soll auch genau so sein ... Ich würde niemals irgendwie vergleichen ziehen.

00:23:52: Wenn sich jemand beschwert, dass er eine schlechte Laune hat oder seine Gehaltserhöhung nicht bekommen hat dann zu sagen, ja, das sind Luxusprobleme Menschen auf der Welt haben nicht zu essen.

00:24:04: Das sind Realitäten die sind da.

00:24:08: aber du darfst dich trotzdem ... Kacke fühlen, wenn du keine Gehaltserhöhung bekommst.

00:24:12: Weil du drauf hindergearbeitet hast und weil du einen Arsch dafür aufgerissen hast.

00:24:16: Also so... Beides hat eine Daseinsberechtigung.

00:24:18: Beide Emotionen sind halt valide!

00:24:20: Ja?

00:24:21: Ja, ja, ja.

00:24:24: Also was ist denn für uns...?

00:24:27: wichtig zu wissen und mit uns oder wir meine ich für Menschen, die sich sicher schlafen legen können.

00:24:35: Also dazu gehörst du nicht auch wenn wir an Menschen denken, die nicht in Sicherheit leben und schlaven können.

00:24:42: Braucht es da Empathie?

00:24:47: Was können wir da beachten?

00:24:50: Wir müssen gar nicht so weit gucken.

00:24:52: Wir können vielleicht in unser direktes Umfeld gucken.

00:24:55: Es gibt ja auch da Menschen Vielleicht ausgründen der häuslichen Gewalt gar nicht sicher schlafen können.

00:25:01: Ja, was meinst du?

00:25:02: Was können wir alle zusammen da tun oder wie kann man sich auch verhalten?

00:25:08: Ich glaube Empathie ist das Wichtigste dabei und ich glaube es ist nicht nur auf Menschen bezogen die Flüchten oder die gerade irgendwie kein Obdach haben oder so sondern generell.

00:25:21: wenn wir empathievoll durch den Alltag gehen dann helfen wir uns schon gegenseitig.

00:25:28: Dann sind wir auch losgelöst davon diesen Vorurteilen und Hass, wenn du irgendwelche Menschen auf der Straße siehst und dann sagst so ja okay aber er hätte es ja so und so machen können.

00:25:40: jeder hat so jeder lebt seine Lebensrealität Und hat seine Gründe und wir sehen die Geschichte ja nicht von den Menschen und das was wir sehen ist ja nur so ein Schnipsel aus seinem ganzen Leben und wir wissen ja nicht was dazu geführt hat, dass der Mensch auf der Flucht ist.

00:25:59: Auf der Straße ist vielleicht drogenabhängig ist oder auch einfach nur richtig schlecht gelaunt.

00:26:05: Es kann ja auch sein das jemand richtig richtig schlecht Gelaunt in der Bahn sitzt und schlechte Laune irgendwie versprüht.

00:26:10: Ich glaube man darf einfach nicht so... Nicht so judgy sein.

00:26:17: Wir haben alle unsere Daseinsberechtigung für unsere Gefühle.

00:26:20: Ich glaube, wir machen alle das Beste irgendwie draus.

00:26:23: Nur... Jeder Manns Bestes ist so die eigene individuelle Sichtweise und bei dieser sollte man nicht auf den anderen verlagern quasi.

00:26:34: Ja!

00:26:36: Und da will ich gerne anschließen.

00:26:38: Da komme ich zu dem zurück, was ich vorhin gesagt habe, dass das eben was du machst ja?

00:26:43: Ich weiß nicht, ich möchte da keinen Vergleich ziehen aber wenn jemand sagt, ähm...ich bin Bestatter!

00:26:48: Dann dank man auch erstmal so Gott nur mit Toten, ja?

00:26:51: Ja, total!

00:26:53: So, ja, das hat so ein Vibe.

00:26:55: oder wenn jemand es sagt, ich bin Tierschützer, Tierschutz-Sirene nix, ach Gott.

00:27:00: Also wie schrecklich.

00:27:01: So, die Person geht vielleicht und rettet Tiere.

00:27:04: Das macht so ein... Ich glaube das dockt an des eigenes schlechte Gewissen und macht dann erst mal einen Schnitt den Hals zu.

00:27:17: oder man wird daran erinnert, dass die Welt halt nicht immer nur Sahnetorte und Sonne ist.

00:27:24: oder ist mir auch passiert, als ich gehört habe was du beruflich machst?

00:27:28: und auf der anderen Seite es ist nämlich genauso wie du auch sagst.

00:27:31: Du bist da nicht wertend und das finde ich total gut und schön und auch wichtig und meiner Meinung nach richtig weil ich glaube dass wir nur so auch miteinander gut leben können.

00:27:47: Und ich meine, das Thema war jetzt auch der Episode wie schlafen Menschen in Krieg oder in unsicheren Zeiten und ich finde es wichtig dass wir das besprechen und dass wird das mal aufmachen und dass wir auch zeigen guckmaß ist nicht überall so wie bei uns aber dass wir da auch mit einem Pragmatismus und einer Liebe irgendwie für andere rangehen so und dann macht's trotz der ganzen scheiße das auch wieder Erträglich und das finde ich wichtig, zu verstehen es gibt's.

00:28:18: Ich kann Dinge tun so gut ich kann.

00:28:21: wahrscheinlich rette ich nicht jeden Barbara hilft mir Und ja wir alle zusammen können eine Veränderung da herbeiführen.

00:28:34: Kleine Teilbereiche sind, also es gibt ja auch immer wieder Aktionen weiß ich nicht.

00:28:39: Wo man in Städten Weihnachtsgeschenke kauft für fremde Kinder wo man Weihnachtsboxen parkt für Menschen die kein Obdach haben wie du sagst bei der Tafel helfen und und und Also es gibt hier viele viele Möglichkeiten sich untereinander zu unterstützen und man weiß nie Was das dann von Output hat.

00:28:59: Also wie oft hört man von Menschen, die diese eine Person hatte, die diesen einen Satz gesagt hat und plötzlich hätte sich das komplette Leben gewendet?

00:29:08: Und wir haben alle auch die Möglichkeit, diese Eine Person für andere zu sein!

00:29:14: Das finde ich schon gut ein Antrieb.

00:29:16: Ich habe voll Gänsehaut gerade.

00:29:19: Aber das hast du richtig schön gesagt und es stimmt auch.

00:29:25: Wir sehen uns immer sehr als Einzelpersonen, aber dabei sind wir halt eine Gemeinschaft.

00:29:29: Wir kommen nicht drum herum und es gibt einfach die Stärke um die schwächeren.

00:29:34: Lieder der Gemeinsschaft.

00:29:36: Wenn man sich so unterstützt ... Das hört sich jetzt dahin geschwafelt an.

00:29:43: Da können wir stärker alle rausgehen!

00:29:47: Wir werden ja alle nicht da, wo wir sind.

00:29:50: Egal in welchem Punkt wir sind, wenn wir nicht irgendwie andere Menschen um uns herum hätten.

00:29:54: So!

00:29:54: Wir wären gar nicht auf der Welt, wenn es unsere Eltern nicht gäbe.

00:29:57: So,

00:29:57: fangen wir

00:29:58: mal an...

00:29:59: Ja, damit geht's schon los.

00:30:01: Damit

00:30:01: gehts schon los?

00:30:02: Da haben wir auch eine Lösung dafür gebraucht, um das überhaupt hinzubekommen.

00:30:07: Ja, also ich denke dir sehr für deine Zeit.

00:30:10: Ich denke dir, dass du uns mitgenommen hast in Situationen die vielleicht nicht unseren entsprechen um einfach mal dahin zu schauen.

00:30:17: und vielen Dank für deine wertvolle Arbeit!

00:30:20: Und genau dann wünsche ich dir einen anderen, die zu hören.

00:30:23: gute Nacht!

00:30:25: Vielen viel lieben dank das ich dabei sein durfte für super super nette Gespräch und ich hoffe für alle die jetzt hören, dass sie sich schlafen leben und eine wunderbare Nacht haben und nicht so eine wie von

00:30:35: Sonntag auf Montag.

00:30:44: Tonschnitt und Jingle von Laurin Ponds.

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